Fräulein Reuschel gibt Gas, Folge 5
Shownotes
In dieser Folge erzähle ich euch die faszinierende Geschichte von Effi Hotchkiss, die 1915 gemeinsam mit ihrer Mutter auf einer Harley-Davidson quer durch die USA fährt – ein Abenteuer, das weit über die Konventionen ihrer Zeit hinausgeht. Während andere Frauen sich in gesellschaftlichen Zwängen verlieren, bricht Effie aus ihrem langweiligen Büroalltag an der New Yorker Börse aus. Wir erleben, wie sie Pannen meistert, Vorurteile überwindet und mit Gelassenheit durch Schlamm, Wüste und Berge fährt, stets begleitet von ihrer Mutter. Die Reise wird zu einer Sensation und endet mit einer Überraschung. Lass dich inspirieren von einer der außergewöhnlichsten Heldinnen der frühen Mobilität und begleite uns auf diese unglaubliche Fahrt!
Sonja Ulrike Klug: Fräulein Reuschel gibt Gas (Paperback, E-Book) Kluges Verlag, 2025 <https://www.amazon.de/dp/3910321402>
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00:00:00: Stell dir vor, du sitzt im Jahr nineteenhundertfünfzehn in so einem tristen Holzgetäffelten Büro an der Wall Street.
00:00:08: Die Welt draußen ist total im Umbruch aber Autos sind noch eine absolute Seltenheit also wirklich ein Luxusspielzeug für die Oberschicht?
00:00:17: Ja genau Straßen sowie wie wir sie heute kennen mit glattem Asphalt und Markierungen.
00:00:21: die existieren außerhalb der großen Städte schlichtweg überhaupt nicht
00:00:25: Eben.
00:00:25: Wenn du die Stadtgrenze von New York hinter dir lässt, blickst du quasi nur auf Schlammpisten, tiefe Kutschspuren und ... naja,
00:00:33: Geröll!
00:00:35: Und jetzt stell dir vor, du bist eine junge Frau?
00:00:37: Du schmeißt diesen sicheren aber furchtbar langweiligen Job an der Börse einfach hin?
00:00:41: Du kaufst dir ein Motorrad?
00:00:43: Schraubst ne Art riesige Badewanne als Beiwagen an die Seite und nimmst deine fifty-sechjährige völlig unsportliche Mutter mit auf einen Roadtrip quer durch die USA.
00:00:54: Also bis nach San Francisco?
00:00:56: Genau!
00:00:57: Das klingt ehrlich gesagt wie das Drehbuch für einen völlig überdrehten Indiefilm.
00:01:02: Absolut, aber genau das ist passiert... Und in unserer heutigen Tiefenanalyse stürzen wir uns auf dieses unglaubliche Abenteuer.
00:01:11: Die Quelle für unseren genauen Blick heute ist das Buch Freulein Reuschel gibt Gas von Sonja Ulrike Klug.
00:01:18: Ein fantastisches Buch!
00:01:20: Da geht es ja um außergewöhnliche Frauen in der Geschichte der Mobilität.
00:01:24: Richtig, und Effi strippt durch Staub, Hitze und Matsch – der sticht er wirklich komplett heraus.
00:01:30: Unser Ziel heute ist es mal zu untersuchen mit welchen absurden technischen Herausforderungen Effi auf dieser Pionierfahrt gekämpft hat.
00:01:38: Oh ja da gab's einige….
00:01:40: Und wir analysieren diese wirklich skurrile und tiefgründige Beziehung zwischen ihr und ihrer Mutter Avis.
00:01:47: Und natürlich klären wir, warum dieser Trip das gesellschaftliche Bild der Frau im frühen zwanzigsten Jahrhundert buchstäblich auf den Kopf gestellt hat?
00:01:56: Ja um das zu verstehen müssen wir uns eigentlich zuerst anschauen aus welcher Welt F wieder ausgebrochen ist.
00:02:02: Sie wurde achtzehnhundertneunundachtzig geboren wuchs in Brooklyn auf und ihre mutter avis hatte sie scheiden lassen
00:02:09: was damals ja schon ein riesiges Ding war.
00:02:11: Total!
00:02:12: Sie zog die Kinder allein durch, indem sie Untermieter aufnahmen.
00:02:16: Effi wusste also schon extrem früh, was es bedeutet wenn eine Frau auf eigenen Beinen stehen muss.
00:02:21: Sie landete dann eben schließlich bei dieser Bank an der Wall Street
00:02:25: Was für eine Frau damals ein echter Exotinnenstatus war.
00:02:29: Aber wenn man sich die Quellen so ansieht War das für Effi vor allem eines Nämlich einen goldenen Käfig der Langeweile.
00:02:37: Sie saß dazwischen Aktenbergen, obwohl sie eigentlich von Mechanik fasziniert war.
00:02:42: Die Initialzündung kam wohl als sie mit sechzehn Jahren Hunde ausführte und an ihr eine Gruppe knatternder Motorräder vorbeifuhr.
00:02:49: Da hat's bei ihr einfach Klick gemacht!
00:02:50: Sie war sofort infiziert oder?
00:02:52: Absolut – sie hat sich dann das Geld vom Mund abgespart und kaufte sich als erstes so ne Marschermetz.
00:03:00: Warte kurz, Marsch-und-Metz….
00:03:01: Das war ja nicht viel mehr als ein massives Fahrrad,
00:03:05: oder?!
00:03:05: Genau
00:03:06: Ein massiver Fahrradrahmen, in denen so ein kleiner spuckender Hilfsmotor geklemmt war.
00:03:12: Man musste oft noch richtig kräftig in die Pedale treten um überhaupt im Berg hochzukommen.
00:03:17: Krass!
00:03:18: Aber es hat gereicht um das Feuer zu entfachen.
00:03:21: Später steigt sie dann auf eine gebrauchte einzilindrige Harley-Davidson um.
00:03:26: Damit schließt sie sich dann einer Motorradklicke um ihren Kumpel Ted an und brettet dadurch Brooklyn.
00:03:31: Ein fünfundfünfzig kilo leichtes ziemlich zierliches Persönchen.
00:03:36: Und sie zeigt den großen Jungs, dass sie nicht nur am Gasgriff drehen kann sondern die Maschinen eben auch zerlegen und reparieren kann.
00:03:42: Also
00:03:42: lass uns das mal aufdröseln!
00:03:44: Wenn ich das so lese denke ich zuerst an so eine Art jugendliche Rebellion.
00:03:49: Jemand ist genervt vom Büro und will einfach krach machen.
00:03:53: War das damals wirklich nur ein Teenager-Splin oder schon echtes Statement?
00:03:57: Naja wenn wir das mit dem Großen Ganzen verbinden war das ein massives gesellschaftliches Statement.
00:04:03: Frauen hatten damals lange schwere Röcke zu tragen.
00:04:07: Wenn sie überhaupt ritten oder sich auf ein Zweirad setzten, dann bitte schön im Darmensitz!
00:04:12: Oh ja, bloß nicht die Beine spreizen?
00:04:14: Genau – Sich Rittlings auf eine Laute nach ölstinkende Maschine zu setzen, die Vibrationen zu spüren und sich die Hände mit Schmierfett tiefschwarz zu färben….
00:04:24: das war ein extremer Affront.
00:04:27: Es gab damals ganz strikte Vorstellungen von weiblicher Fragilität
00:04:31: Und Effi ist da quasi mit knatterndem Auspuff drüber gefahren.
00:04:35: Ganz genau!
00:04:37: Und man darf die Maschinen selbst ja auch nicht vergessen, das bringt uns unweigerlich zu den Anfängen von Harley-Davidson.
00:04:44: Ja, das ist ein super Punkt.
00:04:46: Das klingt für mich in den Quellen eins zu eins wie diese heutigen Tech Startups im Silicon Valley Nur eben mit mehr Öl, Rost und Naja Hühnerkot.
00:04:56: Der Vergleich passt erstaunlich gut.
00:04:58: Die Garage von William Harley und Arthur Davidson im Jahr war ein kleiner Holzschuppen, gerade mal dreimal vier Meter groß.
00:05:06: Wahnsinn!
00:05:07: Und zwischen den Werkbänken liefen buchstäblich Hühner herum.
00:05:11: Die Buchhaltung wurde wohl auf einer leeren Zigarretenschachtel gemacht – es dauerte bis in die Echtbestellungen reinkam.
00:05:18: Aber diese Maschinen waren genau Effis-Ding'n.
00:05:22: Und in den letzten Jahren kam der Wendepunkt.
00:05:25: Effis Vater stirbt und hinterlässt ihr ein kleines Erbe.
00:05:28: Damals hätte man ja erwartet, dass sie das Geld als Mitgift spart oder?
00:05:33: Ja…
00:05:33: Oder es zumindest sicher anlegt!
00:05:35: Aber Effi geht los und kauft sich für zweihundertfünfundsiebzig Dollar eine brandneue Zweizylinder-Hale – Das Modell LFF.
00:05:43: Das war ja für damalige Verhältnisse ein echtes Kraftpaket nicht
00:05:47: wahr?!
00:05:47: Absolut!
00:05:48: Drei Gänge rund elf PS Und sie beschließt damit zur Panama-Persifikausstellung nach San Francisco zu fahren, also quer durch den gesamten Kontinent.
00:05:57: Hier wird es jetzt wirklich interessant!
00:06:00: Sie fährt ja eben nicht allein – das ist der Moment wo diese Geschichte echt skurril wird….
00:06:05: Ihre fifty sechsjährige Mutter Avis will mit und Avis war eher kopulent und völlig unsportlich.
00:06:13: Und sie hatte mit Motorrädern rein gar nichts am Hut.
00:06:16: Effi brauchte einen Beiwagen, der groß genug für die Mutter und das ganze Peck war.
00:06:20: Sie nannten das Ding ja liebevoll die Badewanne.
00:06:23: Warum?
00:06:24: Weil es einfach ein riesiger, klobiger Kasten war.
00:06:27: Physikalisch muss das doch ein Albtraum gewesen sein.
00:06:30: und dann das Gewichtmutter Asis Die Camping Ausrüstung schweres gusseisernes Werkzeug
00:06:36: an einem Motorrad ohne echte Federung
00:06:38: Genau!
00:06:39: Und die Bremsen waren quasi nur einen Frommawunsch.
00:06:42: Okay aber warum zur Hölle tut Avies sich das an?
00:06:45: Wollte sie wirklich Tourismus machen?
00:06:47: so richtig gab's das Konzept ja noch gar nicht.
00:06:49: Der wahre Grund leuchtet durch, wenn man sich Effis Vorgeschichte ansieht.
00:06:59: Und
00:07:01: dem Polizisten hat sie doch so einen frechen Spruch gedrückt?
00:07:04: Ja!
00:07:05: Sie meinte zu ihm – die Maschine laufe erst ab dreißig Meilen pro Stunde.
00:07:09: richtig gut.
00:07:10: Avis wusste also um die Wildheit ihrer Tochter.
00:07:13: Dieser Roadtrip war für die Mutterschlicht weg ein Kontrollmechanismus.
00:07:16: Das ist ja genial, das ist so als würden Eltern heute ihren Kindern auf Instagram folgen um jede Story zu überwachen nur dass Avis sich dafür wochenlang in eine rüttelnde Holzkiste setzen musste.
00:07:28: Exakt und diese Ambivalenz in der Mutter-Tochter Beziehung ist faszinierend.
00:07:33: einerseits die typische Matriarchien die aufpassen will.
00:07:36: andererseits hatte Avis ein unglaubliches Vertrauen in Effis handwerkliche Fähigkeiten.
00:07:42: Sie meinte vorher völlig trocken, sie fürchte keine Pannen.
00:07:45: Effi sei eine gute
00:07:46: Mechanikerin.".
00:07:47: Und das während die Familie und der Arbeitgeber den sicheren Tod prophezeiten?
00:07:51: Wilde Tiere, Indianer, Banditen, Verdursten in der Wüste…
00:07:55: Was Effie eigentlich nur noch mehr motiviert hat!
00:07:58: Im Mai-Mai-Ninzent-Fünfzehn geht es dann von Brooklyn aus los – Die Realität schlägt aber sofort erbarmungslos zu.
00:08:04: Die haben ja ein absurdes Tempo vorgelegt, durchschnittlich zweihundertvierzig Kilometer am Tag auf unbefestigten Straßen.
00:08:13: Das war doch damals schneller, als man mit den meisten Autos reisen konnte oder?
00:08:17: Viel
00:08:17: schneller!
00:08:18: Autos blieben oft in den Kutschspuren stecken weil sie zu breit waren.
00:08:22: das Motorrad war wendiger litt aber enorm unter der Badewanne und die klimatischen Bedingungen waren extrem.
00:08:30: Im Juli sind sie in Albuquerque fast im Zelt erfroren und ein paar Tage später überqueren sie den Cynmarcos Pass bei forty-neinen Grad Cäsius.
00:08:39: Und dann die Fahrt durch die Mohave Wüste, drei Nächte lang!
00:08:42: Sie mussten sich die Gesichter mit Tüchern vermummen um sich vor dem peitschenden Sand zu schützen.
00:08:47: Stell dir das mal vor du hast dicke Klamotten ansitzt auf einem heißen Motor und fährst durch die Wüse... ...und dann streikt auch noch dauernd die Technik.
00:08:55: Das Motorrad blieb doch ständig im Schlamm stecken.
00:08:58: Ja, und der schwere Beiwagen drohte immer wieder abzuknicken oder löste sich durch die Erschütterungen fast komplett?
00:09:06: Reifenpannen waren an der Tagesordnung!
00:09:08: Und da gibt es dieses Detail das ich so liebe... Stell dir vor du steckst bis zu den Knien im Schramm und deine Begleitung weigert sich aufzustehen.
00:09:16: Avis saß doch im Beiwagen direkt auf der Werkzeugkiste.
00:09:20: Ja das grenzt wirklich ans Slapstick.
00:09:22: Effi brauchte das Werkzeug, aber Arvis hatte oft überhaupt keine Lust ihren Platz im Trockenen zu räumen und in den Matsch zu steigen.
00:09:29: Wie hättest du Richter gefühlt?
00:09:31: Da stehst Du da in Schlamm, musst diesen extrem schweren Beivagen hochwuchten... ...und Deine Mutter bleibt einfach sitzen!
00:09:37: Das zeigt doch was für eine unfassbare körperliche Leistung Effi da erbracht hat.
00:09:41: Ganz ohne männliche Begleitung.
00:09:43: Es war die ultimative technische Meisterleistung.
00:09:47: Keine Tankstellen, keine Infrastruktur.
00:09:49: Sie hat alles selbst repariert.
00:09:52: Reifen auf einer staubigen Piste vulkanisieren im Jahr, das war ein echter Albtraum.
00:09:58: Sie hat damit jedes Klischee der schwachen Frau zerschmettert.
00:10:02: Während Evie in Schlamm- und Motoröl badete, entwickelte Evie eine bizare Methode um psychologisch mit diesem Wahnsinn klarzukommen.
00:10:11: Das ist fast meine Lieblingsstelle in der Geschichte.
00:10:14: Irgendwo in Indiana lernen sie die Frau eines Mechanikers kennen.
00:10:18: Und diese Frau bringt Evies das Klöppeln bei!
00:10:21: Also, Spitzenklöppellei!
00:10:23: Man hat da diese kleinen Holzstäbchen und kreuzt die Fäden.
00:10:27: Von diesem Moment an wird die Badewanne quasi zu einer textilen Manufaktur.
00:10:32: Avis klöppelt ununterbrochen.
00:10:34: Egal ob sie gerade durch ein Schlammloch rumpeln oder Effi draußen flucht und einen Reifen flickt drinnen klappern die Holzstäpchen.
00:10:42: Effi nannte diese Spitzenproduktion später regerecht monströs.
00:10:46: Sie ist ja sogar extra einen Umweg zu den Niagara-Fällen gefahren, teils für Mutis Tourismus aber auch damit sie selbst mal dieses ständige Klappern der Klöpeln nicht mehr hören muss.
00:10:58: Das es so als würdest du in einer Achterbahn sitzen und Seelen ruhig anfangen zu stricken?
00:11:03: Was glaubst Du?
00:11:04: wie hättest Du auf so einem Höllen-Trip Deine Nerven beruhigt?
00:11:08: In dieser völlig unkontrollierbaren Umgebung, wo Wetter und Pannen den Tag bestimmten, gab das Klöppeln Avis ein Stück Normalität.
00:11:19: Sie hatte buchstäblich das Gefühl die Fäden in der Hand zu
00:11:22: behalten.".
00:11:23: Ja – Das war ihr Anker!
00:11:24: Und dieses Klöpeln wird ja sogar bei einem Raubüberfall verschont.
00:11:29: Am Grand Canyon bricht ein Dieb in die Badewanne ein…
00:11:32: Er klaut Effys Pistole... die sie eigentlich nur wegen der Familie dabei hatte.
00:11:37: Aber das Werkzeug und, wie Effi Seufzen feststellt auch die verdammten Klöppelstäbchen – die lässt der Dieb liegen!
00:11:45: Der hatte wohl keinen Sinn für Handarbeiten.
00:11:48: aber trotz all dieser Widrigkeiten der Schlammen, die Pannen, der Diebstahl… Sie kommen tatsächlich an.
00:11:54: Und was für ein Triumph das war?
00:11:57: In San Francisco bei der Ausstellung gab es einen riesigen Auflauf beim lokalen Harley-Händler.
00:12:03: Effi erzählt den Reportern trocken von den fünf reifen Pannen und dem Platzer.
00:12:08: Und als sie unglaublich fragen, wer das denn alles repariert habe, sagt sie nur – ich habe sie repariert!
00:12:13: Ein unglaublicher Moment.
00:12:16: Niemand konnte mehr behaupten Frauen seien für sowas nicht gemacht.
00:12:20: Der Rückweg ging dann über die Nordroute….
00:12:23: …und in Milwaukee bekam sie einen fürstlichen Empfang in der Harley-Förbrik
00:12:27: Obwohl Harley die Reise mit keinem Cent gesponsort hatte, die haben sich einfach im PR-Ruhmen der Frauen gesunden.
00:12:34: Im Oktober hier sind sie dann gesund zurück in Brooklyn.
00:12:37: Effi sitzt wieder im Büro – alles beim Alten denkt man!
00:12:40: Aber dann schreibt ein gewisser Guy Johnston aus Oregon den hatte sie in San Francisco kennengelernt.
00:12:47: Er hat den Zeitungsartikel gelesen.
00:12:48: Ein Telegramm?
00:12:49: Er kommt nach New York und zack zwei Wochen später sind Sie verheiratet.
00:12:53: Genau… Und sie ziehen auf eine Farm nach Oregon Und Mutti muss natürlich mit.
00:12:58: Avis zieht auch aufs Land und schmeißt den Haushalt für die neue Großfamilie, Avis starb dann in der Mitte deiner Erfindung von- und Äffi im Jahr neunzehnt sechsundsechzig.
00:13:08: Und zwei tausendzwanzig wurde Äffy in die AMA Hall of Fame aufgenommen.
00:13:13: Also was bedeutet das nun alles?
00:13:15: Ich
00:13:15: muss da kurz einhaken!
00:13:17: Da macht sie diese krasse Reise um völlig unabhängig zu sein – und am Ende heiratet sie sofort und zieht auf eine Farm.
00:13:25: Ist das nicht ein riesiger Widerspruch?
00:13:27: Überhaupt nicht.
00:13:28: Bevor sie auf das Motorrad stieg, war ihr Leben von gesellschaftlichen Normen und der Wall Street diktiert.
00:13:34: Die Heirat war eine völlig freie selbstbewusste Entscheidung die sie genau durch die Bekanntheit und das Selbstbewusstsein dieser Reise treffen konnte.
00:13:41: Sie wusste jetzt einfach wer sie war.
00:13:43: Exakt!
00:13:44: Sie hat die Ketten abgehorfen ein eigenes Leben definiert.
00:13:48: Deshalb gilt sie heute völlig zurecht als die echte Urmutter der Easy Riders.
00:13:52: Wir haben heute also gesehen wie Effy Hodgkes und ihre strickende, pardon, klöppelnde Mutter Avis mit einer Badewanne an eine Harley die widerigsten Wetterbedingungen.
00:14:03: Und die festgefahrenen Geschlechterrollen der USA durchbrochen haben.
00:14:07: Sie
00:14:07: waren Pioniere lange bevor die Straßen oder die Gesellschaft überhaupt bereit dafür war.
00:14:14: Und was nimmst du für dich daraus mit?
00:14:16: Effis Geschichte aus Freulein-Räuschel gibt Gas!
00:14:19: Zeigt doch das die besten Abenteuer genau dort beginnen wo andere dir sagen Das ist unmöglich, du hast ja keine Ahnung worauf du dich da einlässt.
00:14:29: Manchmal braucht man eben nur das richtige Werkzeug und den Mut trotzdem loszufahren.
00:14:34: Mhm absolut einfach machen.
00:14:37: Effi und Avis haben Grenzen verschoben von denen sie anfangs vielleicht gar nicht wussten dass sie existierten Und das wirft eine echt spannende Frage auf, die du für dich selbst mal erkunden kannst.
00:14:49: Wenn in den letzten Jahren einer einzelnen Reise auf einem einfachen Motorrad die gesellschaftlichen Normen so radikal sprengen konnte – welche unbefestigten Straßen gibt es eigentlich in unserer heutigen scheinbar komplett durchgeplanten und digitalisierten Welt?
00:15:06: Die nur darauf warten dass jemand mutig genug ist sie einfach zu befahren!
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